DER LEBENSLAUF
Es gibt Sachen in einem Lebenslauf, die möchte man am liebsten streichen. Bei mir ist es gleich der überwiegende Teil, der zu löschen wäre. Aber sei´s drum. Das ist das Leben. Mein Leben. Nicht immer angenehm, aber immerhin ein Leben. Daher das wichtigste in Kürze.

Jahrgang 1981. Ossi.
Dickkopf und Querdenker.
Dorf-, Problem- und Scheidungskind.
Mediziner und Hobbyfotograf.
Organisator von Metalkonzerten und Open Air´s.
Bassist.
Schlechter Vater.

…aber ab und an auch lieb.

DIVISE: NO MAINSTREAM
Kennst du diese Standardmenschen, deren Leben dauernd geradeaus geht? Schulabschluss, Ausbildung, Familie, Kinder, Haus, zwei Autos, zweimal im Jahr in den Urlaub, Weihnachten mit der Familie, von acht bis sechzehn Uhr im Büro, die Wochenende frei. Da ich ja mein Leben kenne, habe ich mir oft gewünscht, auch bei mir wäre das so geradeaus gegangen. Und dann sage ich mir wieder: Scheiß auf diesen fucking Mainstream. Lebe. Und das tue ich. Ja, ich bin ein Dickkopf. Das können einige bestätigen. Aber das Leben prägt. Es prägt gewaltig. Und da ist eine gewisse Dickköpfigkeit angesagt.

FOTOGRAFIE
Das ist ein weites Spektrum. Und jeder versteht sie anders. Die einen, die sind tatsächlich professionelle Fotografen, die sehen ein schlechtes Bild. Mehr Blende hier. Weniger Belichtungszeit dort. Besseres Equipment in jedem Fall. Dann gibt es die, die meinen sie wären professionelle Fotografen. Und davon gibt es wieder welche, die machen tatsächlich professionelle Bilder, ohne jemals eine Ausbildung diesbezüglich genossen zu haben. Und dann gibt es die, die meinen sie machen professionelle Bilder. Punkt. Zu welcher Kategorie ich gehöre? Das mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich stecke in keiner Schublade, denn dazu bin ich zu dick. Und ich stecke niemanden anderen in eine Schublade. Ein Bild, das ist Individualismus. Eine Form von Kunst. Eine Form vom Ausleben des eigenen. Da gibt es kein gut oder schlecht, schön oder hässlich. Alles ist subjektiv. Es gefällt oder es gefällt nicht.

INDIVIDUALISMUS
Individualismus in der Fotografie ist für mich die Freiheit, die Dinge so machen zu können, wie ich sie will. Und es ist die Freiheit, nur das zu machen, was ich will. Und genau das tue ich. Nur das was ich will. Privat, wie auch in der Fotografie. Ich fotografiere keine Scheiß glücklichen Hochzeitspaare, die sich nach dem vierten Streit sowieso wieder trennen. Ich fotografiere keine Babybäuche, keine gestellten Familienfotos im Studio. Nichts von alledem. Warum? Ganz einfach. Dafür gibt es gut ausgebildete Fotografen mit teurem Equipment und bestens ausgerüsteten Studios. Die müssen Miete, Unterhalt und Autorate zahlen. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder dahergelaufene Vollpfosten mit ner Kamera aus´m Weihnachtsangebot vom Media Markt plötzlich solche Bilder gegen Geld macht.

Ich nehme keinem Fotografen Geld und Aufträge weg. Das geht gegen meinen Ethos.

FREI SCHNAUZE
Vielleicht hast du es schon bemerkt, aber ich schreibe so, wie ich auch rede. Bei mir gibt´s keine sprichwörtlichen Blätter vor dem Mund. Einfach raus. Es gibt kein „Sie“, es gibt nur „Du“. Und es gibt nur Tacheles und keinen Honig ums Maul. Kann man mit mir klar kommen, muss es aber nicht. Mir egal. Da bin ich so.

Cheerz.